Abschiede und Bankenwahnsinn

Am Donnerstag war es dann so weit, mein vorerst letzter offizieller Arbeitstag in Deutschland war gekommen.

Nachdem ich meinem Nachfolger Tobias (hoffentlich) die letzten Infos mitgegeben hatte, die letzten offenen Baustellen geklärt und das ein oder andere Feuer gelöscht hatte, habe ich mich von meinen Kollegen von der Firma Meade Instruments verabschiedet. Auch an dieser Stelle für diejenigen, die mitlesen, noch einmal ein großes Dankeschön für die tolle Zeit und die herzliche Aufnahme.

Ich habe sogar ein paar richtig tolle Geschenke bekommen, wie unten auf dem Foto zu sehen ist:

Einen Globus aus Schokolade mit Fähnchen für Deutschland und Südkorea (obwohl wir glaube ich bei Geographie noch ein wenig Nachhilfe benötigen, zumindest was Asien angeht ;-)) und passend dazu einen Kompass, damit ich nie den Weg verliere. Dazu gab es noch ein ziemlich lustiges Tischaufstellkärtchen und natürlich Karten mit den Unterschriften aller Kollegen.

Alles in alles also macht es mir das Ganze natürlich doch ein wenig schwer, diese nette Firma und die Kollegen zu verlassen.

Bild

Als nächsten ging es zur Bank, um wie ja bereits angekündigt, das Überweisungsproblem zu klären.

Resultat aus dem Besuch ist, dass die Deutsche Bank nach ihrer Aussage anscheinend nicht in der Lage ist, Überweisungen in Südkoreanischen Won durchzuführen (die Dame, mit der ich gesprochen hatte, sagte mir doch tatsächlich, dass in ihren ganzen 34 Arbeitsjahren das auch noch nie jemand machen wollte; ja nee, veräppeln kann ich mich auch alleine…).

Außerdem werde ich mich davor hüten, mein Gehalt, dass ich in Korea bekomme, auf mein Konto überweisen zu lassen. Denn sollte ich Koreanische Won im Wert von 1.000 € bekommen, sind das etwa 2.260.000 Won. Möchte ich mir aber Won vor Ort auszahlen lassen im Wert von 1.000€, sind das auf einmal nur noch etwa 1.160.000 Won, also fast nur noch die Hälfte. Meiner Meinung nach ist da selbst das Wort „Abzocke“ noch geschmeichelt.

Ich werde also wahrscheinlich alles über mein Kreditkartenkonto laufen lassen.

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Mein zukünftiger Vermieter war gottseidank in dieser Situation sehr verständnisvoll und hat sich damit einverstanden erklärt, dass ich die Miete und die Bearbeitungsgebühren alles an meinem ersten Tag in bar vor Ort bezahle. Mein Zimmer ist mir daher also sicher.

Die Adresse folgt noch, falls jemand eine Karte oder irgendetwas anderes schicken möchte, oder aber auch nur sehen möchte, wo das Ganze sich befindet.

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Abends ging es dann zum nächsten Abschied: meine Kung Fu -Truppe hatte sich entschieden, einmal Training sausen zu lassen und sich gemütlich abends zu einem Bierchen in der Stadt zu treffen. Auch dort habe ich ein tolles Geschenk bekommen, ein Buch über Kampfsportarten in der ganzen Welt mit super Bildern (ich werde ein Foto posten, sobald ich wieder in Bocholt bin am Sonntag oder Montag). Das schöne am Abend war, dass wir mehr Leute waren, als wir sonst beim Training sind, da auch alle Verletzen die Möglichkeit hatten, sich dazu zu gesellen.

Auch hier noch einmal ein liebes Dankeschön für das tolle Geschenk und die nette Zeit, die wir miteinander verbracht haben.

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Ein mittelgroßer Stein…

…ist mir heute morgen vom Herzen gefallen, als ich heute morgen aufgestanden bin und beim ersten Emailcheck eine Email aus Südkorea gesehen habe und meine Nummer für das Visum bekommen habe.

Falls ihr euch noch erinnern könnt, ist das die Nummer, die VW in Korea vom Ministerium bekommen hat, nachdem sie begründet haben, dass sie eine Ausländerin beschäftigen wollen. Diese Nummer war für meinen Visumsantrag enorm wichtig.

Aus diesem Grund war mein Tag heute voll von hektischen Aktivitäten (ich meine damit noch mehr als mein normales tägliches Chaos ;-)). Nachdem ich morgens sämtliche Unterlagen zusammengekramt hatte (irgendwie hatten die sich schon wieder in der halben Wohnung verteilt, keine Ahnung wie das passiert ist…) und zur Arbeit gefahren bin, rief ich dann auch im Laufe des Tages noch einmal in Südkorea an (@ Rüdiger: vielen lieben Dank für die Nummern, Shulhee Lee ist auch telefonisch sehr nett), um die letzten Informationen zusammenzukriegen, füllte das Formular für den Visa-Antrag gefühlte 5 Mal aus und schwang mich um 14 Uhr dann auch gleich wieder ins Auto auf dem Weg nach Bonn zur Südkoreanischen Botschaft.

Nach insgesamt mehr als 4 Stunden Autofahrt heute durch den Berufsverkehr von Köln, Oberhausen, Duisburg und Bonn kann ich sagen, die Hektik heute hat sich gelohnt:

alle Unterlagen sind vollständig (zur Info, ich brauchte den komplett ausgefüllten Visumsantrag samt der Nummer, den Reisepass, den Praktikumsvertrag, die Überweisungsbestätigung über die Visagebühr, ein Passfoto, 3,50€ in Briefmarken für die Rücksendung des Reisepasses und die Flugbestätigung), die Ansprechpartner waren sehr nett und am Ende haben sie nach ein wenig Betteln auch versprochen, dass ich rechtzeitig bis zu meinem Flug am 28. das Visum in den Händen halten werde.

*YEAH!!!*

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch die Deutsche Post bei der ganzen Sache mitspielt.

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Des Weiteren bleibt noch zu berichten, dass heute die Girokarte und die Visa-Karte mit der Post gekommen sind, jetzt fehlen noch die PIN-Nummern und die Unterlagen fürs Online-Banking.

Morgen kommt die nächste Hürde was die Geldüberweisungen in Südkoreanischen Won angeht. Auf in den Kampf gegen die Deutsche Bank 😉

Banken, wie ich sie hasse!

Hallo liebe Leute, da bin ich wieder.

Gestern musste ich mich mal wieder mit den Banken rumschlagen. Als ich nämlich die Anzahlung für mein Zimmer leisten wollte (wer einen Zuschuss zahlen möchte, ich nehms gerne ;-)), musste ich leider feststellen, dass ich bei meinem Online-Banking nicht in Südkoreanischen Won bezahlen kann.

Ich also bei der Hotline angerufen,

Auskunft: „Im Onlinebanking können Sie leider nur mit den gängigsten (20???) Währungen bezahlen, für alles andere müssten Sie zur Filiale gehen.“

Ich: „Entschuldigung, aber ich hatte vor, mich für längere Zeit in Südkorea aufzuhalten, und werde wahrscheinlich öfter in dieser Währung zahlen müssen und kann dann ja nicht jedes Mal in eine nicht in Korea vorhandene Filiale gehen. Könnte man nicht einfach das Dropdown-Menü in meiner Online-Banking-Maske erweitern?“

Auskunft: „Nein, so etwas geht leider nicht. Da müssen Sie zur Filiale gehen und mit den Kollegen vor Ort absprechen, ob man da nicht für die Zeit telefonisch was machen könnte.“

Hallo?

Bin ich die einzige, die in einem ja politisch und wirtschaftlich nicht ganz unbedeutenem Land in dessen Währung zahlen möchte? Und wer bezahlt mir bitte die Telefonrechnung, wenn ich für jeden Sch*** in Deutschland bei der Bank anrufen muss? Und wieso ist es nicht möglich, dieses popelige Dropdown-Menü zu erweitern, da sind schließlich auch schon 20 andere Währungen drin, da haben die ja schon Erfahrung mit.

Ende vom Lied, mein zukünftiger Vermieter muss jetzt noch ein wenig auf sein Geld warten, da ich leider erst für Donnerstag einen Termin bei der Bank bekommen hab (und dafür meinen Zahnarzttermin verschieben musste, btw) und dann erst die Überweisung tätigen kann. *schnaub*

Noch hinzu kommt, dass ich heute endlich von der Bank, bei der ich die Kreditkarte beantragt habe, Post bekommen habe. (Übringens die DKB-Bank, falls das jemanden interessiert) Darin teilen sie mir fröhlich mit, dass ich bei ihnen ein Konto eröffnet habe und meine Kontonummer (immerhin schon mal was). Des Weiteren schreiben sie mir, dass ich in den nächsten 2 Wochen die weiteren Unterlagen wie Bankkarte, Kartenpin, Pin fürs Onlinebanking etc erhalten werde. Ist ja nicht so, dass ich das Ganze schon vor 4 Wochen angeleiert habe.

*schiel auf den Countdown* Moment, ich flieg doch eigentlich schon in 8 Tagen! 14 Tage – 8 Tage = 6 Tage

na ob das mal gut geht

P.S.: Von meinem Visum habe ich übrigens immer noch nichts gehört und auf meine Emails von Donnerstag! und heute hat mich aus Südkorea natürlich auch noch keiner geantwortet und wie ich festgestellt habe, besitze ich nicht von einem meiner Ansprechpartner eine Telefonnummer…

Kleines Lebenszeichen

Tja, so langsam wird es ernst.

Nachdem ich meinen Handyvertrag (man kann mich auf meiner Handynummer aber auf jeden Fall noch bis zum Abflug, eventuell aber sogar noch bis Mitte November, erreichen), mein Fittnessstudio und diverse Abos gekündigt habe, kommt es auch bei mir im Kopf so langsam an, dass ich tatsächlich bald weg bin.

Die ersten Abschiedsabende sind bereits verabredet (Ich bin übrigends das Wochenende vom 23. bis wahrscheinlich 25. oder 26. in Braunschweig, falls mich noch jemand sehen wollte…) und in Gedanken wird meine Packliste für meinen Koffer immer länger.

Als der Tiger noch Pfeife rauchte… , sprich Inga, ist bereits in Südkorea angekommen und berichtet von heißem und schwülem Wetter, also wird meine gedankliche Packliste schon wieder ein wenig umgeschrieben.

Aber egal, ich werde wahrscheinlich eh ein Problem bekommen, die 30 kg Gepäck nicht komplett mit Schuhen zu vergeuden.

Ich hab eh schon seit einer Woche das Gefühl, dass ich eigentlich was Wichtiges vergessen haben muss in meinem Plan.

Flugtickets – check

Unterkunft – check

Medis – halber check (muss noch mal Bepanthen kaufen und ein Rezept vom Arzt abholen)

Passfotos – verdammt, da war noch was

dicke Jacke – check

Reisepass – check

Impfpass – check

Gibt es sonst noch was überlebenswichtiges, was ich vergessen habe?

Ich warte außerdem immer noch auf meine Kreditkarte, da ich anscheinend beim ersten Versuch nicht in der Lage war, meine Hausnummer richtig zu schreiben *mööp*.

 

Der eigentliche Knackpunkt wird allerdings, wie schon befürchtet, das VISUM werden. Ich habe aus Korea immer noch nichts gehört und daher auch noch nicht die entscheidene Nummer bekommen, die ich für meinen Antrag brauche. Und wenn ich bedenke, dass ich ja die Anträge hier in Deutschland ja auch erst noch stellen muss und dann noch auf Antwort warten muss…

Inga goes Blog

Mittlerweile habe ich mitbekommen, das meine Lieblingsinga ebenfalls hier bei WordPress über ihren Südkorea-Aufenthalt bloggt. Sie ist bereits angekommen und bleibt nicht nur ein halbes Jahr so wie ich sondern macht sogar ganze zwei Auslandssemester für ihren Doppelmaster.

Hier die Adresse: Als der Tiger noch Pfeife rauchte…