KU vs. Yonsei!

Tja, irgendwie ist schon wieder ziemlich viel Zeit vergangen seit dem ich das letzte Mal etwas geschrieben habe, daher hier mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir mit weiteren Berichten.

Nachdem ich ja über Chuseuk ziemlich unterwegs war, ging es dann auch in der folgenden Woche lustig weiter.

Zwei Wochen vorher hatte ich beim deutschen Stammtisch im 3 Alleys Pub in Itaewon Lars kennengelernt. Lars, genauso alt wie ich, war insgesamt 15 Monate hier in Korea (erst ein Jahr Uni, dann, wie ich, ein Praktikum) und fieberte schon ein wenig seiner Heimfahrt entgegen. Zufälligerweise kamen wir also beim Stammtisch auf unsere Wochenendpläne zu sprechen und er lud mich spontan ein, doch samstags mit ihm, ein paar Kumpels und seiner (absolut knuffigen) Freundin zum Sportmatch zwischen der Korea University (seiner alten Uni) und der Yonsei University mitzukommen.

Da eine meiner Mitbewohnerinnen, Danielle, die ebenfalls an der KU studiert, im Vorbeigehen auch etwas von Freundschaftsspielen und Cheering erzählt hatte, sagte ich also froh und munter zu. Korea University und die Yonsei University gehören zusammen mit der Seoul National University zu den sogenannten SKY-Unis, den besten Unis Südkoreas.

Mit dem Hinweis, ich solle doch bitte etwas Rotes anziehen (den Farben der KU), ging es also los. Die Sportmatches zwischen der KU und Yonsei finden jedes Jahr statt und die beiden Unis spielen in 2 Tagen gegeneinander in Eishockey, Basketball, Volleyball, Fußball und Rugby. Da die ersten 3 Disziplinen bereits am Freitag stattgefunden hatten, kam ich also in den Genuss, Koreanern beim Rugby und Fußball zuzugucken.

Um ehrlich zu sein, so ganz hab ich die Regeln vom Rugby nicht verstanden, aber wie ich festgestellt habe, waren die Spiele selbst auch eher zweitrangig. Viel wichtiger waren die „Cheers“ der Fans und Kommilitonen. Neben dem Spielfeld gab es von jeder Uni eine große hohe Tribüne, auf denen Tänzer in Kostümen herumsprangen und tanzten, daneben auf dem Boden hüpften die „Cheerleader“ durch die Gegend und schon Wochen vorher wurden die Cheers in der ganzen Uni geübt. Dabei handelt es sich um12 verschiedene Songs, bei dem das Publikum mal mehr, mal weniger, mitsingen muss und einstudierte Bewegungen durchführen soll.

Während in Deutschland die meisten bei den ganzen Aktionen den Cheerleadern eher einen Vogel zeigen würden, machen hier alle begeistert mit, singen und machen die lustigsten Verrenkungen.

Hinterher waren wir dann noch in einem Restaurant gleich in der Nähe des Stadions, um Korean BBQ zu essen. Dabei sitzt man an einem Tisch, in dem in der Mitte ein Loch ist und ein Bottich mit Kohle eingelassen werden kann. Auf diesem Bottich platziert man dann ein Grillrost, bekommt vom Kellner das rohe, in mundgerechte Happen zerteile Fleisch und grillt dann munter vor sich hin. Damit nicht das ganze Restaurant zuräuchert, ist außerdem über jedem Tisch ein Schlauch als Dunstabzugshaube installiert (auf dem vorletzten Bild zu sehen, dieser kupferfarbene Trichter, der da im Bild rumhängt). Mittlerweile ist das eines meiner liebsten Gerichte (zusammen mit Bibimbap) hier in Korea.

Als wir dann in diesem Restaurant aßen(natürlich immer noch in den Uni-Farben), saßen direkt am Nachbartisch drei ältere Männer, die, wie sich später herausstellte, Alumni der Korea University waren. Da die KU an diesem Tag 2 der drei Spiele gewonnen hatte, und die meisten Leute in dem kleinen Restaurant die KU-Farben trugen, haben diese besagten 3 Herren ganz spontan „die Glocke geläutet“ (auf englisch: „ring the bell“), also für das komplette Restaurant sowohl das Essen und eine Runde Soju bezahlt. Ich muss sagen, dieser Aspekt der koreanischen Kultur gefällt mir sehr gut. 😉

Abends gab es dann eine sogenannte „Aftershow“-Party. Sämtliche Austauschstudenten der KU (plus Gäste, so wie ich) und ihre koreanischen „Buddies“ von der Club KUBA (Korea University Buddy Association, die dafür verantwortlich ist, dass die Ausländer an der KU ein bisschen Kultur erleben und immer einen einheimischen Ansprechpartner zur Verfügung haben) waren eingeladen und so gab es an diesem Samstagabend einen ziemlich bunt gemischten, internationalen, Haufen in einem der kleineren Clubs in Gangnam. Die Musik war gut, die Getränke teuer und das Publikum, wie bereits gesagt, ziemlich bunt und sehr lustig. Ein typischer Samstag Abend also in Seoul.

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