Changgyeonggung Palast

Meine nächste Station auf meiner Entdeckungsreise durch Seoul brachte mich zum Changgyeonggung Palast.

Seoul hat 5 große Paläste, die heute zu besichtigen sind. Deoksugung, Gyeongbokgung, Changdeokgung, Changgyeonggung  und der Gyeonghuigung Palast, wobei der Gyeongbokgung Palast der größte Palast ist. Sie alle stammen aus der Joseon-Periode und waren in Vorzeiten mal miteinander verbunden und Teil einer regelrechten „Palaststadt“. Kriege, Feuer und vor allem die japanische Besatzung, die einen großen Teil der koreanischen Kulturgegenstände zerstört hat, haben heute nur noch Reste und Nachbildungen übriggelassen.

Karte

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Ursprünglich war der Changgyeonggung-Palast der Sommerpalast der Könige in der Goryeo-Dynastie. Später wurde er Teil der „5 Großen Paläste“ der Joseon Dynastie.

Er wurde von König Sejong für dessen Vater erbaut unter dem Namen Suganggung Palast im Jahr 1104. In den 1390’ern wurde der Palast dann umbenannt in Changgyeonggung Palast (etwa „Palast des heiteren Jubels“), nachdem der erste König der Joseon Dynastie dort residierte während der Gyeongbokgung-Palast fertig gestellt wurde.

Wie fast alle historische Strukturen in Korea wurde der Changgyeonggung Palast während des Imjin-Krieges 1592 zerstört, 1616 dann wieder aufgebaut. Der Palast brannte dann später in den 1830’ern in einem großen Feuer nieder und wurde größtenteils anschließend erneut wieder rekonstruiert.

Der Palast wurde dann später während der japanischen Kolonialzeit zerstört und an dessen Stelle ein Zoo, ein botanischer Garten und ein Museum errichtet.

1983 wurden der Zoo und das Museum wieder abgerissen und die alten Gebäude an gleicher Stelle nachgebaut.

Für 1.000 KRW (~0,70 Euro) kommt man in den Palast und kann, wenn man rechtzeitig da ist, kostenlos eine Führung mitmachen.

Wenn man durch das ziemlich imposante Eingangstor hindurch gegangen ist, Honghwamun (“Gate of Vast Transformation”), gelangt man zunächst zum  Innenhof. Danach folgt sogleich die übliche Brücke, die symbolisch den König vom gemeinen Volk trennt. Okcheon-gyo, die steinernde Brücke im Changgyeonggung-Palast wurde 1483 erbaut und ist damit wahrscheinlich die älteste erhaltene Brücke der Stadt. Ihr besonderes Merkmal sind die beiden steinernden Abbildungen von einer Bestie, die die Brücke bewachen soll.

Überquert man nun Okcheon-gyo steht man als nächsten vor dem Myeongjeong-mun Tor, welches auf den steinernden Zeremonienplatz des Palastes führt. Über diesen Platz hinweg sieht man direkt auf die Thronhalle: Myeongjeong-jeon (“Hall of Lustrous Government”).

Die heutige Thronhalle wurde 1484 erbaut. Da sie anscheinend die japanische Invasion 1592 und das Feuer von 1830 unbeschadet überstanden hat, ist sie somit die älteste Thronhalle in Korea. Ein besonders schönes Detail sind die hölzernen Schnitzarbeiten, die auch „Haetae“ genannt werden und den Palast beschützen sollen sowie der steinernde steinernde Phönix, der in der Mitte der Treppe zur Thronhalle steht.

Direkt neben der Thronhalle befindet sich Munjeong-jeon, welches 1986 wiederaugebaut wurde. Es hat früher als Ort für die täglichen Geschäfte des Königs gedient. Hinter dem Thron selbst steht ein weiteres Gebäude, ein offener Pavilion mit dem Namen Hamin-jeon.

Noch weiter dahinter befindet sich Tongmyeong, dass vor allem für die Gemächer der Königin verwendet wurde. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Gartenanlage des Palastes.

Chundangji, der Lotussee, liegt hinter einer kleinen Anhöhe und auf der westlichen Seite des Sees steht eine 7-stöckige Pagode mit chinesischem Ursprung.

An dieser Stelle übrigens ein herzliches Dankeschön an den Blog von Dale: Dale’s Korean Temple Adventures für all die Hintergrundinfos, die ich nach der Führung gleich schon wieder vergessen hatte und für ein paar der Bilder, die bei ihm einfach hübscher aussahen als bei mir.

Ich hatte außerdem die Gelegenheit, bei einer Aufführung zugucken zu können:

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