Inwangsan Shamanist Walk

Halli Hallo Hallöle,

da bin ich mal wieder.

Da ja Wandern ja eines der „Nationalhobbies“ der Koreaner ist, und ich die letzten warmen Tage in Seoul noch genießen wollte, habe ich mich auch einmal in dieser Sportart versucht (auch wenn ich ja eigentlich ein ziemlicher Wandermuffel bin, gebe ich ja offen zu).

Für diesen Meilenstein habe ich mir den Inwangsan ausgesucht. Wie ihr vielleicht wisst, liegt Seoul in einem Tal zwischen 4 ‚Bergen‘, dem größten im Norden, Bukhansan, im Norden Namsan, Naksan liegt östlich und dann noch der Berg Inwangsan im Westen. Inwangsan ist am höchsten Punkt 338 Meter hoch und wurde früher auch der Berg der weißen Tiger genannt, weil es in dieser Gegend so viele Tiger gab. Heute leben dort natürlich keine Tiger mehr, dafür haben sich in der Zwischenzeit einige buddhistische Tempel und ein schamanischer Schrein dort niedergelassen.

Der Aufstieg beginnt zunächst an einem schönen geschnitzten Holztor, welches bunt bemalt ist:

DSCN0335Nach einem ersten kurzen Aufstieg über einige Treppen gelangt man dann zu einem buddhistischen Tempel, welcher Bongwonsa genannt wird. Der Tempel ist leicht zu erkennen an der großen Glocke.

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Ganz in der Nähe des buddhistischen Tempels stößt man dann auf den schamanistischen Schrein, Guksadang. Angeblich hausen in diesem Schrein die Geister des Gründers der Joseon-Dynastie (1392 – 1910), König Taejo und einige seiner Generäle. Der Schrein wurde ursprünglich 1395 auf dem Namsam-Berg errichtet, jedoch 1925 von den Japanern zerstört um Platz für einen großen shintoistischen Schrein zu machen. Auf dem Inwangsan-Berg wurde er schließlich wieder aufgebaut. Heute sind in dem Schrein 28 Bilder von schamanischen Gottheiten zu finden und es finden immer noch regelmäßig schamanische Rituale dort statt.

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Folgt man von hier aus einer der zahlreichen schmalen Treppen bergauf, gelangt man schließlich in eine regelrechte Idylle.

Die Atmosphäre ist recht ruhig und sobald man auf dem Berg ist, glaubt man kaum noch, dass man mitten in einer Stadt ist, die mehr als 10 Millionen Einwohner zählt.

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Weiter oben befindet sich dann noch die Steinformation, die auch Seonbawi genannt wird. In koreanisch heißt das „Zen-Stein“ und soll angeblich aussehen wie zwei buddhistische Mönche in Meditation (ich hab ihn irgendwie nicht gefunden, da ich zwischendurch ein wenig vom Weg abgekommen bin, aber hier einmal ein Bild, diesmal natürlich nicht von mir gemacht)

Viele schwangere Frauen kommen dorthin um zu beten, da dieser Stein angeblich die Macht hat, Söhne zu gewähren.

Dafür habe ich einige andere interessante DInge entdeckt.DSCN0354DSCN0355

Ich hingegen habe viel lieber die Aussicht genossen, die von diesem Berg wirklich fantastisch ist. Seht selbst, man kann fast über halb Seoul gucken:

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Auf dem Abstieg habe ich dann die Gelegenheit genutzt, und bin an der alten Festungsmauer entlang gelaufen, die immer noch an einigen Stellen der Stadt steht. In den letzten Jahren wurde sehr viel davon restauriert. Die ursprüngliche Mauer wurde 1396 gebaut und es brauchte angeblich mehr als 110,000 Männer, um sie zu errichten.

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Zwei schöne Links (in englisch) gibt es übrigens hier und hier.

Große Neuigkeiten!!

Tja, einige von euch werden es natürlich schon wissen, aber hier nochmal eine ganz offizielle Mitteilung für alle, die in den letzten 2 Wochen nicht direkt mit mir in Kontakt gestanden haben:

Marianka bleibt weitere 12 Monate in Korea!

Ich wurde von meinem Chef angesprochen, ob ich nicht meinen Vertrag bei Audi Volkswagen Korea Ltd. nicht verlängern wollen würde, da eine meiner beiden Kolleginnen im Controlling schwanger geworden ist und daher in Mutterschutz gehen wird.

Nach vielen Diskussionen, Überlegungen und Verhandlungen ist mittlerweile die Entscheidung gefallen, dass ich, diesmal nicht als Praktikantin sondern als richtige Angestellte, auch die nächsten 12 Monate in Seoul leben und arbeiten werde.

Das heißt natürlich, dass so gut wie alle Pläne, die vorher emsig geschmiedet wurden, erst einmal ziemlich über den Haufen geworfen wurden. Sehr viel muss noch organisiert werden, angefangen von Visum und Schlafplatz über Arztbesuche und Lebensnotwendigkeiten bis hin zu der Frage, was den mit der Wohnung in Bocholt geschieht, der Katze und dem geplanten Umzug nach Leipzig.

Es wird also noch viel Chaos und hin und her geben im nächsten Jahr.

Trotzdem hoffe ich, dass mich alle in meiner Entscheidung unterstützen und vielleicht findet ja doch der eine oder andere in diesem Zeitraum seinen Weg nach Seoul (wenn auch nur zu Besuch). Über Gäste, Briefe, Emails und Pakete würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen.

Ganz liebe Grüße aus dem fernen Seoul,

Marianka