Besuch! Besuch!

Ende Oktober letzten Jahres hatte ich dann auch das erste Mal seit langem wieder deutschen Besuch.

Inga , die ja die meisten schon kennen und Mareike (die Schwester von Inga’s.. naja, wie auch immer) kamen mich in hier in Seoul besuchen. Mareike war bereits einige Tage bei Inga zu Besuch in Daejon gewesen, aber man kann ja Südkorea nicht verlassen, ohne nicht auch Seoul zu sehen. Das wäre ja wie ein Deutschlandtrip ohne Berlin und München!

Über das Wochenende haben sich die beiden also in einer kleinen Pension in der Nähe von Hongdae eingemietet und wir haben zusammen die Stadt unsicher gemacht.

Zunächst ging es in die allseits beliebte Shopping-Meile Myongdong und typisch koreanischem Essen. Es gab sogar ein Gericht mit rohem Rinder Hackfleisch und ungekochtem Ei!

Danach hieß es: feiern

Los ging es, aufgrund der Lage, natürlich erst einmal mit dem Nachtleben in Hongdae. Nach einer leckeren Grundlage mit gedämpfter Ente und Teriyaki-Hühnchen sowie so einigem Frittierten, zusammen mit Sujo gemixt mit Fruchtsirup und Eis

ging es zum beliebten Ausländertreffen Thursday Party.

Wir waren natürlich pünktlich zu Halloween dort und man muss schon sagen, selbst im Ausland kann man gerade zu Halloween einen Amerikaner drei Meilen gegen den Wind erkennen (jetzt nicht wegen irgendeinem Geruch, sondern in diesem Fall aufgrund der Kostüme). Es ist mir vorher noch nicht so richtig bewusst gewesen, aber Amis sind echt die Kings was Halloween-feiern angeht. Die Kostüme waren teilweise echt der Hammer!

Am nächsten Tag waren wir alle ein wenig geplättet und entschlossen uns daher zu einer etwas geruhsameren Stadtrundfahrt mit einem der vielen Touristenbusse, die durch die ganze Stadt fahren.

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Nachdem früher oder später alle drei von uns mehr oder weniger im Bus eingeschlafen waren, beschlossen wir, am Namsam-Tower auszusteigen und uns die Stadt von oben in der Dämmerung anzuschauen. Einige der Fotos, die bei unseren kleinen „Photo-session“ rausgekommen sind, sind echt (wenn ich das so sagen darf) super geworden.

Nach einer abenteuerlichen (da ziemlich überfüllten) Busfahrt zurück zum Fuß des Namsan-Berges beschlossen wir dann, doch deutlich früher als den Abend zuvor einzukehren, schließlich hatten wir für den letzten Tag noch einiges an Programm geplant.

Und so ging es, ausgeschlafen und mit neuer Energie, am nächsten Tag zum Namsangol Hanok Village. (Hier ein paar Websites, einmal Visitkorea und Visitseoul)

Das ist eines der zahlreichen traditionellen nachgebauten Dörfer, welches den Einheimischen und Touristen die Geschichte und Lebensweise des ursprünglichen Koreas näherbringen soll. Aufgrund dessen, dass wir ja in Seoul bleiben wollten, beschlossen wir also in die Nähe von Chungmuro zu fahren, als ziemlich zentral von Seoul, und uns ein wenig mit Kultur „berieseln“ zu lassen.

Und es gab tatsächlich so einiges zu sehen.

Zunächst einmal natürlich all die nachgebauten Häuser aus der Joseon-Dynastie, von kleinen Bauernhäusern mit ihren Beeten bis zu großen Königs-Häusern war alles mit dabei.

So zum Beispiel das Haus von Lee Seungeop, der Verantwortliche für den Bau des großen Gyeongbokgung-Palastes, und das Haus des Militärführenden, Kim Chunyeong. Außerdem kann man das Haus der Eltern von Königin Yun, die die Mätresse des 27. Königs der Joseon-Dynastie König Sunjong, war, sowie das Arbeitszimmer des Vaters.

Zudem sind die Häuser jeweils mit den (nach heutigem Standard recht spärlichen) Möbeln und Werkzeugen ausgestattet gewesen, was den Besuchern ein wenig ermöglicht, sich in die alten Zeiten hineinzuversetzen.

Die meisten Häuser aus dieser Zeit sind in der Form des koreanischen Buchstabenㅁangeordnet, mit Außengebäuden die einen freiliegenden Innenhof umgeben. Jede Seite des ㅁ hat dabei eine andere Funktion. So ist gibt es einen Teil, der für des Begrüßen von Gästen vorgesehen ist, das Sarangchae; das Anchae für die Dame des Hauses und auch das Daemunganchae welches sich direkt hinter dem Haupttor des Hauses befindet. Hanok-Häuser haben außerdem ganz spezielle Türen, die je nach Bedarf Teile des Hauses voneinander trennen können oder einen großen Raum entstehen lassen können.

Es gab viel Programm für Kinder, wobei sie Masken und Fächer selber basteln konnten, und einige alte Spiele, bei denen auch die Junggebliebenen ihren Spaß haben konnten. Beweis: Inga und Mareike

Zudem wird täglich eine traditionelle Hochzeitszeremonie gezeigt.

 

Außerdem gibt es noch einige Vorstellungen, die sehr unterhaltsam sind: zum einen eine musikalische Vorstellung mit alten Gesängen in Kostümen, begleitet mit traditionellen Instrumenten und den Kostümen, den Hanbok, die heutzutage höchstens noch bei traditionellen Hochzeiten getragen werden.

Dazu gab es eine Trommel-Vorstellung, natürlich ebenfalls in farbenfrohen alten Kostümen, bei der die Trommler am Ende nicht nur auf ihre Instrumente einhämmerten, sondern zusammen mit einem langen Band auf ihren Hüten im Rhythmus tanzten und Kunststücke vorführten.

Blond wie ich nun einmal bin, steche ich natürlich aus jeder Menge voller Asiaten heraus und musste daher auch prompt bei einem der Tricks „behilflich“ sein…

Zum Schluss haben wir uns noch die Zeitkapsel angeschaut, die direkt neben dem Hanok Village 1994 anlässlich der 600-Jahr-Feier Seouls dort vergraben wurde und erst in 400 Jahren wieder herausgeholt werden soll, also 2394.

Und damit ging dieses wunderschöne, wenn auch recht anstrengende, Wochenende schon wieder vorbei.

Schwupps ging es zum Bahnhof, es gab noch ein letztes gemeinsames Essen und ein leckeres Stück Kuchen, und da waren die beiden auch schon wieder fort.

An dieser Stelle noch mal ganz viel lieben Dank an Inga und Mareike, die mir diese paar Tage doch so sehr versüßt haben.

 

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2 Kommentare zu “Besuch! Besuch!

  1. Pingback: Lantern Festival @ Cheonggyecheong | marigoesseoul

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