Trickeye Museum

Seid ihr bereit fuer eine kleine Bilderschlacht?

Ich hoffe schon, denn als naechstes moechte ich euch ueber das Trickeye Museum in Hongdae berichten.

Das Museum ist speziell so gestaltet, dass die Besucher sich zusammen mit den 2D-Bildern fotografieren lassen koennen und dabei so erscheinen, als ob sie sich in einer 3D-Szene befinden.

Erwachsene bezahlen 15.000 KRW, Senioren, Kinder und Studenten 12.000 KRW und bekommen dafuer 2,134 qm etwa 100 verschiedene Szenen geboten. Diese sind in 7 unterschiedliche Themen eingeteilt: History Hall, Masterpieces Hall, Love Hall, Luxury Hall, Living Hall, Traditional Hall und Fashion Hall.

Und los geht die Bilderflut.

So ganz bin ich mir nicht ganz sicher, aber das muesste die Masterpieces Hall und die History Hall abdecken:

Dies faellt dann eher unter des Thema Living Hall:

Luxury Hall:

Traditional Hall kommt als naechstes:

Und noch ein paar, die ich nicht mehr wirklich zuordnen kann, aber euch trotzdem nicht vorenthalten wollte 🙂 :

Wenn man das Trickeye Museum dann verlaesst und immer noch nicht genug hat von Posen und Kameras, kann man als naechstes in das Ice Museum gehen. Es befindet sich im gleichen Gebaeude und der Eingang liegt direkt gegenueber vom Trickeye Museum. Wenn man schon vorher weiss, dass man durch beide Museen durchlaufen moechte, kann man auch gleich ein Kombi-Ticket kaufen.

Das Eismuseum ist eigentlich ein grosser Kuehlcontainer, mitsamt einer Rutsche, einem Iglu und einer kleinen Wohnung – natuerlich alles komplett aus Eis. Daher ist es aus verdammt kalt da drin – also schoen Jacke anziehen!

Aber seht selbst:

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Hihi, ich bin ein Eisengel!

So, jetzt koennt ihr eure Augen wieder etwas entspannen. Viele Bilder, wenig Worte… muss auch mal sein 🙂

Ein idealer Nachmittag fuer kalte Regentage!

Wer hingegehen moechte:

Nehmt auf jeden Fall eure Kamera und noch eine Person mit (immer Fremde darum bitten wird irgendwann anstrendend und man kann sich nur halb so gut alleine ueber die verrueckten Posen schlapplachen)

Addresse in English: 357-1, Seogyo-dong, Mapo-gu, Seoul Seogyo Plaza B2
Addresse in Korean: 서울특별시 마포구 홍익로3길 20 (서교동)

Wegbeschreibung und noch ein paar Infos gibt es uebrigens hier.

Seoul Forest

Da hab ich mich so sehr bemueht, meine Eintraege chronologisch zu gestalten, und dann ist mir doch ein Ereignis durch die Lappen gegangen.

Dabei war der Tag so schoen!

Ich war mit Danielle im Seoul Forest.

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Seoul Forest ist nich etwa, wie der Name vielleicht vermuten laesst, ein Wald, sondern vielmehr ein Park. (ich wusste das natuerlich vorher nicht und war dementsprechend ein wenig enttaeuscht :-))

Seoul Forest liegt im Stadtteil Seongdong-gu, ist das ganze Jahr ueber geoeffnet und der Eintritt ist frei. Am besten erreichen kann man den Park von der  Ttukseom Station aus, mit der Bundang Linie oder der Linie 2. Man muss von der U-Bahn-Station ein wenig laufen, aber wer in den Park geht, hat ja eh meistens bequeme Schuhe an.

Urspruenglich war dieser Ort das Jagdgebiet der koeniglichen Familie. Spaeter stand hier die erste Wasserwiederaufbereitungsanlage Seouls welche dann zu einem Golfkurz umgebaut wurde. Spaeter wurde daraus dann eine Pferderennstrecke. 2002 entstand dann der heute nationale Park, der ca. 1,16 qkm umfasst.

Aufgeteilt ist der Park in einen Kunstkulturpark, einen oekologischen Wald, einen Naturerlebnispark, einen Feuchtgebietepark und den Han River Waterside Park. Im oekologischen Wald gibt es sogar ein Gehege mit 8 Tierarten wie zum Beipsiel Rehe. Ein Insektengarten, ein Wildblumengarten, ein Themenblumengarten und ein Eventplatz kann man im Naturerlebnispark entdecken.

Mehr Infos gibt es hier und hier

Wir wollten unbedingt hin um die letzten roten Herbstblaetter einzufangen.

Und natuerlich, auch wenn es kein richtiger Wald ist, wie man ihn so aus Deutschland kennt, gab es auch einen kleinen Blaetterwald.

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Ausserdem gab es noch einige Statuen und Kunstwerke, die im Seoul Forest aufgestellt waren.

So ist dieses Kunstwerk hier mit dem Wort „Liebe“ in 95 verschiedenen Sprachen (zum Beispiel Chinesiscch, Hiragana, Hebraeisch, Hini, Runen, Aegyptisch, etc) geschmueckt und soll das allgegenwaertige Thema der Menschheit – Liebe – zum Ausdruck bringen.

Und da waere noch dieses Gebilde. Es sieht aus wie ein riesiges Drahtalien meiner Meinung nach und ist eigentlich ein Kinderklettergeruest (wir hatten sehr viel Spass bei dem Versuch, uns durch die schmalen Oeffnungen hineinzuquetschen. Sobald man erst einmal drin war, hatte man auf einmal viel mehr Platz)

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Tja, und das war es auch schon wieder von diesem Ausflug. Ein echt toller Tag, aber am Ende waren wir froh, wieder im Warmen zu sein. Man sieht es vielleicht auf den Bildern nicht, aber es war echt verdammt kalt an diesem Tag!

Audi Family Night

Einmal im Jahr, meistens um die Weihnachtszeit herum, veranstaltet Audi Korea fuer seine Haendler und deren Mitarbeiter die grosse Audi Family Night. Dieses Jahr war der Dresscode – was fuer eine Ueberraschung – Rot.

Das Ganze war ziemlich gross aufgezogen in einem der sehr edlen Versammlungshallen (bei der Groesse weigere ich mich von Raeumen zu sprechen) im beruehmten COEX in Gangnam. Dieses Versammlungs- und Ausstellungsgebaeude, in dem auch ein Hotel und die beruehmte COEX Shoppingmall untergebracht  ist, ist ganze 57 STockwerke hoch und befinden sich direkt ueber der U-Bahn-Station Samseong und damit quasi gerade mal einen Katzensprung von unserem Buerogebaeude entfernt.

Hier findet ihr noch mehr Infos auf der COEX-Website, falls ihr daran Interesse habt.

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Die Veranstaltung fing sn mit eienr Begruessungsrede des Audi Korea Managing Directors, Herrn Johannes Thammer, und ging dann weiter mit der Vorstellung der neuen Modelle (ja, ihr habt richtig gesehen, da steht ein Auto mitten in der Halle. Versteht ihr jetzt warum ich von Halle und nicht von einem Raum spreche? Und das war nicht das einzige Auto im Gebaeude, hinten stand noch das Rennmodel, was glaube ich fuer den AUdi R8 LMS Cup gestartet ist)

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Danach ging es ziemlich amuesant weiter.

Jeder Haendler hat naemlich, zu der Unterhaltung aller, etwas aufgefuehrt. Einige vor Ort, andere hatten im Vorfeld Videos aufgenommen, die dann auf die grossen Leinwaende projeziert wurden. So gab es zum Beispiel eine Trommelauffuehrung, einen Showschwertkampf und, mein absoluter Favourit, ein Video, bei dem die Angestellten das folgende Musikvideo nachgestellt haben: Crayonpop – Bar Bar Bar

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Jeder hat ein eigenes Nameskaertchen bekommen. Das war das erste Mal, dass ich meinen Namen komplett in Hanguel gesehen habe: 마리앙카 휴만

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Natuerlich gab es auch etwas zu essen: Lachs als Entre, Steak mit Spargel im Speckmantel und als Dessert ein Scholodenparfait.

Der ganze Abend war selbstverstaendlich nicht nur Futtern und Lachen, das Ganze hatte natuerlich auch einen Anlass: die Verkuendigung der besten der Haendler und ihrer Mitarbeiter. Von bester Hanedlerniederlassung ueber den erfolgreichsten Verkaeufer bis hin zur tuechtigsten Rezeptionistin war dabei wirklich alles dabei.

Die Verleihung war wie eine Oskarverleihung aufgezogen, mit kleinen Videospots der jeweiligen Nominees und allem. Am Ende durften dann auch die Preise an sich nicht fehlen:

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Alles in allem: ein sehr gelungener Abend!

Thanksgiving – Korean Style

Hier nur ein kleiner Beitrag, dafuer muesst ihr nicht so lange auf ihn warten wie normalerweise. Ich hoffe, das wiegt die Kuerze wieder ein wenig auf 😉

Korea hat ja seine ganz eigene Art Thanksgiving, oder zu deutsch: Erntedankfest, zu feiern – Chuseok.

Aber darueber habe ich euch ja schon berichtet ( den Post findet ihr hier).

Da wir jedoch zwischen den vielen Nationalitaeten in meiner WG auch eine Amerikanerin dabei hatten, Danielle, und fuer Amerikaner Thanksgiving nun einmal eine grosse Sache ist und sie Heimweh hatte, haben wir ihr zuliebe alle zusammen Thanksgiving gefeiert – korean style.

Als erstes ging es, Ueberraschung!, zum Korean BBQ. Ich muss ja sagen, dass ist etwas, was ich nach meiner Rueckkehr nach Deutschland definitiv vermissen werden. Wir Deutschen sind zwar selbsternannte Grill-Weltmeister, aber Korean BBQ hat noch mal einen ganz eigenen Charakter.

Korean BBQ

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Man ist vor allem mariniertes und nicht mariniertes Schweine- und Rindfleisch, was nicht viel anders ist als in Deutschland aber die Saucen und Zutaten, die man noch dazu bekommt, macht das Ganze zu einem besonderen Erlebnis (merkt man dass ich Korean BBQ fast jeden Tag essen koennte?) Meine Lieblingsart ist Bulgogi, was kleine dicke Scheiben von Hueftsteak sind, die dann zunaechst kurz in eine Salz – Oel Mischung getunkt wird, dann in ein Salatblat eingeschlagen wird und mit einer roten Bohnenpaste bestrichen wird. Dazu rohe Zwiebeln, die in eine Essig-Sojasaucenmarinade getunkt wurden – YUMMI!

Nach so viel Fleisch brauchten wir Maedels dann noch etwas zum Nachtisch. Und an dieser Stelle verspreche ich, ich habe noch nie so ein suesses Cafe gesehen wie das, in welches wir als naechstes gingen!

Ein Tipp von meiner Mitbewohnerin Jen gingen wir in ein kleines Cafe in Anam, versteckt in einer Seitenstrasse mit nur drei oder vier Tischen. Der Name ist, wenn ich es noch richtig auf dem Schirm habe, Cafe Labri.

Hier uebrigens ein Link zu einem Blog, der sich in einem Beitrag in Laengen mit diesem zuckersuessen Cafe auseinandersetzt:

[cafe] The Chloris of Anam: Cafe Labri @ Anam, Seoul

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Man hat sich sofort mein Hineingehen wie in einem Maedchenfilm gefuehlt.

Wir sind erst relativ spaet gegangen, nach dem BBQ, und waren die vorletzten Kunden. Trotzdem ist der Kellner extra fuer uns noch einmal losgelaufen (in seinem duennen Hemd und Anzugshose – im November!) um fuer uns Erdbeeren zu holen. – Servicemekka Korea!

Die Erdbeeren waren daher um so suesser und die Waffeln sahen fast zu huebsch zum essen aus.

 

Daejeon

Nachdem Inga mich ja einige Wochenenden zuvor in Seoul besucht hatte, war mittlerweile die Zeit fuer einen Gegenbesuch gekommen.

Inga lebt naemlich zur Zeit in Daejeon und macht dort einen Doppelmaster in Computer Science an der Pai Chai in Kooperation mit ihrer Heimatuni in Hildesheim (ich hoffe, das habe so richtig in Erinnerung, ansonsten: Inga, ich bin immer fuer Verbesserungsvorschlaege offen :-)). Ihren Blog findet ihr hier.

Daejeon, mit ueber 1,5 Millionen Einwohnern, liegt in der Mitte des Landes. Von Seoul aus braucht man mit dem KTX, dem Schnellzug Koreas, etwa 50 Minuten um die ca. 170 km Distanz zu ueberbruecken. Es ist bekannt als das ‚Silicon Valley‘ Asiens und ist mit seinen 18 Universitaeten, darunter die beruehmte KAIST, einer der High Technology Staedte Koreas.

Karte Daejeon

Daedeok Innopolis (Daedeok Research and Development Special Zone), welches in direkter Naehe zu Saejeon liegt, ist eine Zone in der 28 staatliche Forschungszentren und 79 private Forschungsinstitute angesiedelt sind. Mehr als 20.000 Forscher forschen und arbeiten in diesem Gebiet.

Viele Ministerien der koreanischen Regierung, wie etwa das Korea Customs Service, das Public Procurement Service und die Military Manpower Administration sind hier angesiedelt und bilden den National Government Complex.

Geschichtlich gesehen startete Daejeon als kleines Dorf mit nur wenigen Einwohnern. Das Gebiet war auch bekannt als Hanbat, was so viel wie grosses Feld bedeutet. In 1905 jedoch entstand die Gyeongbu-Zugverbindung zwischen Seoul und Busan (welches ganz im Sueden von Suedkorea liegt) und Daejeon wurde zu einem der Zwischenbahnhoefe. Schon 1926 wurde unter der japanischen Herrschaft die Honam-Zugverbindung zwischen Mokpo und Daejeon gebaut und die Stadt wurde zu einem der grossen Transportknotenpunkte in Korea.

Um das ueberbesiedelte Seoul bevoelkerungstechnisch zu entlasten, wurde dann 1997 der National Government Complex beschlossen und in Folge darauf schnellte die Bevoelkerung in die Hoehe und macht heute Daejeon zur fuenftgroessten Stadt Suedkoreas.

Noch mehr Infos findet ihr hier

Ich muss zugeben, meine Zeit in Daejeon habe ich nicht besonders produktiv verbracht. Freitags ging es direkt nach der Arbeit von Seoul Station aus los und ich kam etwa gegen 9 Uhr in Daejeon an.

Einige Tage zuvor hatte ich im Internet die Zugtickets reserviert und musste sie dann am Schalter nur noch schnell abholen. Eine Zugfahrt zwischen Seoul und Daejeon kostet, je nach Zugart, zwischen 10.300 KRW und 16.000 KRW. Die Zuege in Korea sind meiner Erfahrung nach sehr puenktlich, sauber und in einem guten Zustand. Ein kleines Wunder, auch wenn die Zugtickets nach deutschen Verhaeltnissen ja ziemlich guenstig sind, ist die Tatsache dass ich bisher noch nie auf einer meiner Zugfahrten hier nach meinem Ticket gefragt wurde. Theoretisch ist also schwarzfahren kein Problem, jedoch wage ich es sehr zu bezweifeln, dass die linientreuen Koreaner auch nur ueber so etwas nachdenken. 🙂

Nachdem ich zunaechst einmal nach wilder Taxifahrt (die Taxifahrer in Daejeon koennen zwar so gut wie gar kein Englisch, sind dafuer aber umso hilfsbereiter. Mein Taxifahrer hat mir sogar sein Handy gegeben, damit ich Inga anrufen konnte, nachdem mein Handy mitten im Gespraech kein Guthaben mehr hatte) bei Inga angekommen war, hiess es erst einmal schnattern, umziehen und auf in die Innenstadt, zu.. E-Mart.

E-Mart ist wie der deutsche Real, in jeder Stadt gibt es ihn und du kannst alles von Gartenstuehlen ueber Babysachen bis hin zu Pizza, Frischgemuese und Gourmetessen kaufen. Ausserdem gibt es eine Ecke, an der man gleich vor Ort die verschiedensten Sachen essen kann und voila, unser Abendessen war gerettet.

Am naechsten Tag ging es dann ein wenig auf Besichtigungstour. Inga hat mir ihre Universitaet gezeigt, die Pai Chai. Pro Semester nennen etwa 14.000 Studenten diese Uni ihre Alma Mata und sie wurde 1885 von Pastor Appenzeller gegruendet.Sie ist eine christlich orientierte Uni und bietet etwa 50 verschiedene Studiengaenge an. Die Felder sind Global Humanities, Business Social Science Law, Science and Engineering und Tourism and Arts. Sie beherbergt pro Jahr etwa 1.200 auslaendische Studenten, ausserdem bieten 5 Studentenwohnheime auf dem Campus Platz fuer etwa 2.000 Studenten, aufgeteilt nach Geschlechtern.

Den offiziellen Flyer (auf englisch) findet ihr hier.

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Ansonsten haben wir an dem Tag nur noch einige Fotos geknipst und die Herbsttage eingefangen.

Anschliessend ging es wieder zu Inga nach Hause zum ersten Teil unseres Buffy-Marathons fuer dieses Wochenende.

Da Buffy fuer die meisten nicht allzu spannend ist, hier ein paar von den Fotos, die wir vor allem auf dem Campus geschossen haben:

Mit viel Muehe und Not haben wir es allerdings tatsaechlich noch geschafft, uns fuer den Abend wieder aufzuraffen.

Schnell die Kruemmel von den Chips entfernt, ein wenig Make-uo und los ging es zum „Time-Square“ von Daejeon. Wir sind zunaechst einmal ins „Yellow Taxi“, eine der wenigen Bars in Daejeon, in der sich groesstentails Auslaender aufhalten. Von dort aus sind wir zusammen mit einer groesseren Truppe von Austauschstudenten weiter gezogen in einen der Clubs und auf einmal war es schon wieder hell draussen.

Am naechsten Tag hiess es zunaechst einmal lange ausschlafen, gemuetlich und ausgiebig fruehstucken (wir hatten bei Emart Kaese gekauft, der tatsaechlich nach normalen Kaese schmeckte – manchmal vermisst man vor allem die kleinen Dinge hier im Ausland) und Teil zwei des Buffy-Marathons.

Und auf einmal war das Wochenende auch schon wieder vorbei, ich sass wieder im Zug und war auf dem Weg ins riesige, hektische Seoul.

Wie gesagt, wir waren nicht sonderlich produktiv an diesem Wochenende, aber Spass und Nostalgie (koennt ihr glauben das die Serie von 1997 ist? Das ist schon wieder 17 Jahre her!!!) hatten wir dafuer um so mehr.

Lantern Festival @ Cheonggyecheong

Nachdem es bei Inga’s und Mareike’s Besuch (siehe letzter Beitrag) zeitweise schon empfindlich kalt gewesen war, war in der Zwischenzeit eindeutig der Winter in Seoul angekommen.

Passend dazu gibt es in Seoul immer Mitte November das Lantern Festival, ein Ereignis bei dem am Cheonggyecheong-Fluss (falls sich noch wer erinnert, das ist der Fluss, der auch ganz in der Nähe meines Apartments entlangläuft und den ich, bei ganz viel Motivation zumindest eine kleine Strecke entlangjogge ;-)) für mehr als zwei Wochen immer zwischen 17 Uhr und 23 Uhr die Lichter angehen. Bei diesem Festival kann man hunderte von Lampions in den verschiedenstens Formen und Farben auf und entlang des Flusses bestaunen, sobald die Sonne untergegangen ist. Das Ganze findet etwa auf Höhe der Stationen Euljiro 1-ga, Jonggak Station und Gwanghwamun Station statt.

Die offizielle Website habe ich mal hier verlinkt Visitkorea.

Ein weiterer toller Bericht darüber kann man übrigens auch auf diesem Blog finden (auf englisch) – The Soul of Seoul

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Ich war mit meiner Mitbewohnerin Danielle und meiner Bekanntin Yewon, die ich bei dem Match Yonsei vs. KU kennengelernt hatte, vor Ort und wir haben uns zusammen die Laternen angeguckt und die Hintern abgefroren.

Jedes Jahr gibt es bestimmte Themen, die die Lampions widerspiegeln und daher eine einzigartige Geschichte erzählen. Gestaltet werden diese Laternen sowohl von internationalen Künstlern wie auch lokalen Bewohnern. 2013 war das Thema Hanseong Baekje, der Traum von eintausend Jahren. Bei diesem fünften Jubiläum wurden in 4 Teilen die 700 Jahre des Baekje-Königreiches, eines der drei historischen Königreiche Koreas, dargestellt.

Dieses Jahr waren Laternen von einem historischen Orchester, einem farbenfrohen Fischmeer und viele historische Statuen und vieles mehr.

Ich habe sogar einige Abbildungen von den historischen Kulturschätzen gefunden, die ich bereits in dem Nationalmuseum gesehen habe. (seht doch mal das Weihrauchgefäß, welches mein persönlicher Favorit ist, sieht doch fast aus wie das Original, nur größer und leuchtend 😉 )

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Besuch! Besuch!

Ende Oktober letzten Jahres hatte ich dann auch das erste Mal seit langem wieder deutschen Besuch.

Inga , die ja die meisten schon kennen und Mareike (die Schwester von Inga’s.. naja, wie auch immer) kamen mich in hier in Seoul besuchen. Mareike war bereits einige Tage bei Inga zu Besuch in Daejon gewesen, aber man kann ja Südkorea nicht verlassen, ohne nicht auch Seoul zu sehen. Das wäre ja wie ein Deutschlandtrip ohne Berlin und München!

Über das Wochenende haben sich die beiden also in einer kleinen Pension in der Nähe von Hongdae eingemietet und wir haben zusammen die Stadt unsicher gemacht.

Zunächst ging es in die allseits beliebte Shopping-Meile Myongdong und typisch koreanischem Essen. Es gab sogar ein Gericht mit rohem Rinder Hackfleisch und ungekochtem Ei!

Danach hieß es: feiern

Los ging es, aufgrund der Lage, natürlich erst einmal mit dem Nachtleben in Hongdae. Nach einer leckeren Grundlage mit gedämpfter Ente und Teriyaki-Hühnchen sowie so einigem Frittierten, zusammen mit Sujo gemixt mit Fruchtsirup und Eis

ging es zum beliebten Ausländertreffen Thursday Party.

Wir waren natürlich pünktlich zu Halloween dort und man muss schon sagen, selbst im Ausland kann man gerade zu Halloween einen Amerikaner drei Meilen gegen den Wind erkennen (jetzt nicht wegen irgendeinem Geruch, sondern in diesem Fall aufgrund der Kostüme). Es ist mir vorher noch nicht so richtig bewusst gewesen, aber Amis sind echt die Kings was Halloween-feiern angeht. Die Kostüme waren teilweise echt der Hammer!

Am nächsten Tag waren wir alle ein wenig geplättet und entschlossen uns daher zu einer etwas geruhsameren Stadtrundfahrt mit einem der vielen Touristenbusse, die durch die ganze Stadt fahren.

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Nachdem früher oder später alle drei von uns mehr oder weniger im Bus eingeschlafen waren, beschlossen wir, am Namsam-Tower auszusteigen und uns die Stadt von oben in der Dämmerung anzuschauen. Einige der Fotos, die bei unseren kleinen „Photo-session“ rausgekommen sind, sind echt (wenn ich das so sagen darf) super geworden.

Nach einer abenteuerlichen (da ziemlich überfüllten) Busfahrt zurück zum Fuß des Namsan-Berges beschlossen wir dann, doch deutlich früher als den Abend zuvor einzukehren, schließlich hatten wir für den letzten Tag noch einiges an Programm geplant.

Und so ging es, ausgeschlafen und mit neuer Energie, am nächsten Tag zum Namsangol Hanok Village. (Hier ein paar Websites, einmal Visitkorea und Visitseoul)

Das ist eines der zahlreichen traditionellen nachgebauten Dörfer, welches den Einheimischen und Touristen die Geschichte und Lebensweise des ursprünglichen Koreas näherbringen soll. Aufgrund dessen, dass wir ja in Seoul bleiben wollten, beschlossen wir also in die Nähe von Chungmuro zu fahren, als ziemlich zentral von Seoul, und uns ein wenig mit Kultur „berieseln“ zu lassen.

Und es gab tatsächlich so einiges zu sehen.

Zunächst einmal natürlich all die nachgebauten Häuser aus der Joseon-Dynastie, von kleinen Bauernhäusern mit ihren Beeten bis zu großen Königs-Häusern war alles mit dabei.

So zum Beispiel das Haus von Lee Seungeop, der Verantwortliche für den Bau des großen Gyeongbokgung-Palastes, und das Haus des Militärführenden, Kim Chunyeong. Außerdem kann man das Haus der Eltern von Königin Yun, die die Mätresse des 27. Königs der Joseon-Dynastie König Sunjong, war, sowie das Arbeitszimmer des Vaters.

Zudem sind die Häuser jeweils mit den (nach heutigem Standard recht spärlichen) Möbeln und Werkzeugen ausgestattet gewesen, was den Besuchern ein wenig ermöglicht, sich in die alten Zeiten hineinzuversetzen.

Die meisten Häuser aus dieser Zeit sind in der Form des koreanischen Buchstabenㅁangeordnet, mit Außengebäuden die einen freiliegenden Innenhof umgeben. Jede Seite des ㅁ hat dabei eine andere Funktion. So ist gibt es einen Teil, der für des Begrüßen von Gästen vorgesehen ist, das Sarangchae; das Anchae für die Dame des Hauses und auch das Daemunganchae welches sich direkt hinter dem Haupttor des Hauses befindet. Hanok-Häuser haben außerdem ganz spezielle Türen, die je nach Bedarf Teile des Hauses voneinander trennen können oder einen großen Raum entstehen lassen können.

Es gab viel Programm für Kinder, wobei sie Masken und Fächer selber basteln konnten, und einige alte Spiele, bei denen auch die Junggebliebenen ihren Spaß haben konnten. Beweis: Inga und Mareike

Zudem wird täglich eine traditionelle Hochzeitszeremonie gezeigt.

 

Außerdem gibt es noch einige Vorstellungen, die sehr unterhaltsam sind: zum einen eine musikalische Vorstellung mit alten Gesängen in Kostümen, begleitet mit traditionellen Instrumenten und den Kostümen, den Hanbok, die heutzutage höchstens noch bei traditionellen Hochzeiten getragen werden.

Dazu gab es eine Trommel-Vorstellung, natürlich ebenfalls in farbenfrohen alten Kostümen, bei der die Trommler am Ende nicht nur auf ihre Instrumente einhämmerten, sondern zusammen mit einem langen Band auf ihren Hüten im Rhythmus tanzten und Kunststücke vorführten.

Blond wie ich nun einmal bin, steche ich natürlich aus jeder Menge voller Asiaten heraus und musste daher auch prompt bei einem der Tricks „behilflich“ sein…

Zum Schluss haben wir uns noch die Zeitkapsel angeschaut, die direkt neben dem Hanok Village 1994 anlässlich der 600-Jahr-Feier Seouls dort vergraben wurde und erst in 400 Jahren wieder herausgeholt werden soll, also 2394.

Und damit ging dieses wunderschöne, wenn auch recht anstrengende, Wochenende schon wieder vorbei.

Schwupps ging es zum Bahnhof, es gab noch ein letztes gemeinsames Essen und ein leckeres Stück Kuchen, und da waren die beiden auch schon wieder fort.

An dieser Stelle noch mal ganz viel lieben Dank an Inga und Mareike, die mir diese paar Tage doch so sehr versüßt haben.